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Administrator - Montag, 30. November 2009
Schweinegrippe: 59 Tote in Deutschland

Weit über 100 000 menschen sind in Deutschland infiziert

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Start News Impfstoffe gegen die Schweinegrippe H1N1 Droht Deutschland das Impfchaos?
Droht Deutschland das Impfchaos?
Samstag, 25. Juli 2009 um 09:25 Uhr

50 Millionen Impfdosen gegen die Schweinegrippe hat Deutschland bestellt - doch sollte es tatsächlich zu Massenimpfungen kommen, drohen chaotische Verhältnisse.

Hamburg/Berlin - Die Schweinegrippe greift immer schneller um sich, auch in Deutschland kommen inzwischen täglich Hunderte neuer Fälle hinzu. Am Freitag haben die Bundesländer 50 Millionen Dosen Impfstoff gegen die Schweinegrippe bestellt. Das soll für 30 Prozent der Bevölkerung reichen. Chronisch Kranke und Schwangere sowie Menschen, die im Gesundheitswesen oder bei Polizei und Feuerwehr arbeiten, sollen Vorrang haben.

 

Doch die Bedingungen der für Oktober geplanten Impfaktion sind völlig unklar. Nach den Plänen von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) müssen die gesetzlichen Krankenkassen chronisch Kranke über ihren Anspruch auf eine Impfung informieren. Schon das ist ein Problem: Zum einen sammeln die Versicherungen nicht die Daten aller Chroniker. So lägen über die in der Impfverordnung der Bundesregierung genannten HIV-Infizierten, Fettleibigen oder Leberkranken überhaupt keine Kenntnisse vor, heißt es bei den Kassen.

Zum anderen verfügen die Krankenversicherer zwar über Informationen zu Diabetikern, Asthmatikern, Herzkranken und Krebspatienten, dürfen diese nach Einschätzung von Kassenexperten aber aufgrund des strengen gesetzlichen Schutzes von Sozialdaten nicht ohne weiteres nutzen. Unklar ist zudem, was mit nicht Krankenversicherten geschieht, da der Impfanspruch nur durch eine entsprechende Kassenbescheinigung nachgewiesen werden kann.

 


Streit droht zudem über die Kosten der Aktion. Die gesetzlichen Kassen sollen für den Impfstoff und die mit der Impfung verbundene Dienstleistung aufkommen. Das kostet nach Berechnungen des Bundesgesundheitsministeriums 14 Euro pro Person - allerdings nur, wenn die Gesundheitsämter die Impfung koordinieren, sie also nicht in Arztpraxen vorgenommenen wird. Dies ist aber ebenso offen wie die Frage, wer für Lagerung und Transport der Impfstoffe sowie für die Information der Bürger aufkommt. "Da stehen noch harte Verhandlungen an", sagt der thüringische Gesundheitsstaatssekretär Falk Oesterheld.

 

Ein auf den Schweinegrippe-Erreger H1N1 zugeschnittener Impfstoff existiert zudem derzeit noch nicht. Er wird zurzeit entwickelt und soll Ende September zur Verfügung stehen. Das Vakzin dürfe erst dann freigegeben werden, wenn es keinerlei Sicherheitsbedenken mehr gebe, sagte Keiji Fukuda, Leiter der WHO-Grippe-Abteilung. Ankündigungen von Herstellern, den Impfstoff früher als Ende September oder Anfang Oktober auszuliefern, seien nicht realistisch, sagte Gesundheitsstaatssekretär Klaus Theo Schröder. Das sei "schlichte Propaganda".

 

Bis zu 600 neue Fälle pro Tag in Deutschland

 

Das Bundesgesundheitsministerium und das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) erwarten inzwischen täglich 400 bis 600 neue Schweinegrippe-Fälle in Deutschland. Weltweit sind bereits 130.000 offiziell registriert, bis zu zwei Milliarden könnten es nach Schätzung der WHO in den kommenden zwei Jahren werden. Dennoch planen die deutschen Behörden keine neuen Gegenmaßnahmen wie Reisewarnungen oder die Absage von Großveranstaltungen. Das sei vorerst nicht nötig, erklärten das Gesundheitsministerium und das RKI am Freitag.

In Deutschland haben sich allein seit Beginn der Woche die Fallzahlen in etwa verdoppelt, wie Schröder sagte. Nach den jüngsten RKI-Zahlen waren 2844 Fälle registriert, 389 mehr als 24 Stunden zuvor. Am Tag vorher waren sogar 637 neue Fälle vermerkt worden. In dieser Größenordnung würden die Fallzahlen nun täglich weiter steigen, sagte RKI-Präsident Jörg Hacker. Rund 80 Prozent der Krankheiten seien importiert, kommen also mit Urlaubsrückkehrern nach Deutschland.

 

In vielen Ländern werden die Fallzahlen inzwischen nur noch geschätzt. Die tatsächliche Zahl der Infektionen dürfte weit über die offiziell registrierten 130.000 Fälle hinausgehen. Allein die Gesundheitsbehörden der USA gehen von mehr als einer Million Erkrankungen aus. Nach Erwartung der US-Behörde CDC könnten sich 20 bis 40 Prozent der amerikanischen Bevölkerung infizieren - doppelt so viele wie bei einer normalen Grippewelle.

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 25. Juli 2009 um 09:37 Uhr
 

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