| Virus nicht unterschätzen |
| Montag, 15. Juni 2009 um 10:56 Uhr |
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Virus nicht unterschätzen Das Robert-Koch-Institut warnte vor einer Unterschätzung des Virus. Zwar verlaufen die Erkrankungen in der Regel nach wie vor mild. Man könne aber "keineswegs sagen, dass das Virus harmlos ist", sagte der stellvertretende Leiter der RKI-Abteilung Infektionsepidemie, Osama Hamouda, dem "Focus". Offenbar gibt es auch immer mehr Fälle, bei denen die Infektion nicht eingeschleppt wurde, sondern in Deutschland erfolgte: In Berlin gehen die Behörden bei einer 23 Jahre alten Frau von einem ersten Schweinegrippe-Fall aus. Die Frau hat sich nicht im Ausland, sondern wahrscheinlich in Düsseldorf angesteckt. Mit der Berlinerin sind nun alle Bundesländer bis auf Bremen und das Saarland von der Krankheit betroffen. Die Infektionsschutzbeauftragte Berlins, Marlen Suckau, riet der Bevölkerung zur Anschaffung eines Mundschutzes: "Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, sich einen zu kaufen." Sie wies darauf hin, dass die Stadt auf eine mögliche Ausbreitung der Grippe gut vorbereitet sei. Aktuelle Berichte deuteten darauf hin, dass der Erreger A H1N1 zunehmend schwere Erkrankungen bei Menschen auslöse, "die keinen der Risikofaktoren aufweisen, die wir von der saisonalen Influenza kennen", sagte RKI-Experte Hamouda. "Zu Panik besteht kein Anlass" Gesundheitsministerin Ulla Schmidt warnte vor überstürzten Aktionen. Mit der WHO-Warnstufe sechs wachse die Sorge vor der neuen Grippe, sagte die SPD-Politikerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Sorgen mache ich mir auch. Aber zu panischen Reaktionen besteht kein Anlass." Schmidt zeigte sich zuversichtlich, dass ab Herbst ein Impfstoff verfügbar sei. Am Freitag hatte der Pharmakonzern Novartis die erfolgreiche Entwicklung eines Impfstoffs bekanntgegeben. Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann warnte vor der Versorgung mit Grippemedikamenten über das Internet, da diese oft gefälscht seien. "Wer auf eigene Faust Selbstmedikation betreibt, schadet sich und riskiert, dass genau diese Medizin im Notfall wegen Resistenz-Bildungen nicht mehr wirkt". |
| Zuletzt aktualisiert am Montag, 15. Juni 2009 um 11:07 Uhr |